Schnell, sachlich und emotionslos handeln

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Der Verband HRD (Human Resources Development) organisierte zum Thema «Pensionsversicherung für das Staatspersonal» eine Diskussionsrun de. Dabei wurde das Problem der Sanierung der Pensionskasse für das Staatspersonal aus der Sicht der einzelnen Parteien aufgezeigt und darüber diskutiert.

von hartmut neuhaus

Zahlreiche Politiker, darunter der designierte Regierungschef Adrian Hasler und zahlreiche Landtagsabgeordnete sowie Wirtschaftsvertreter waren gestern Abend im Restaurant Real in Vaduz anwesend, als die Präsidentin des Verband HRD, Daniela Ospelt, das Publikum begrüsste. Im ersten Talkring fungierte Karlheinz Ospelt in der Rolle als Stimme der Bürger und Steuerzahler, Nicolas Biedermann in der Rolle als Stimme eines Pensionskassenversicherten. Die Moderation und Einführung in das Thema übernahm Ralph Büchel vom HRD-Vorstand. Karlheinz Ospelt sprach sich klar für die Einführung des Beitragsprimats aus, dies sei die einzige und beste Lösung, um die Unterfinanzierung zu korrigieren und somit die Zukunft der Versicherung zu sichern. Das momentane System, sprich das Leistungsprimat sei unfair, es würden, je nach Wirtschaftslage, immer wieder neue Löcher entstehen, die es zu stopfen gelte. Ausserdem sei die momentane Lösung eine einzige Mogelpackung, da man einen falschen Blick mit falschen Zahlen in die Zukunft werfe. Er finde es absolut ungerecht, dass nun der Steuerzahler tief in die Tasche greifen müsse, um die falschen Versprechungen der Versicherung einzuhalten.

Bevormundung der Angestellten

Nicolas Biedermann argumentierte, dass er sich von der Versicherung und vom Staat veräppelt und bevormundet vorkomme. Er sei nur ein einfacher Mitarbeiter der Landesverwaltung und er verstehe das System nicht ganz. Ihm habe man auf dem Versicherungsausweis etwas Rechtliches zugesichert und dies werde nun nicht eingehalten, schliesslich könne er ja nichts für die schlechte finanzielle Lage seiner Versicherung. Natürlich müsse gehandelt werden, um die Lücke von CHF 331 Millionen zu füllen, aber nicht nur auf seine Kosten. Alle sollten etwas zur Sanierung beitragen. Karlheinz Ospelt argumentierte, dass die Sanierung auch eine mathematische Fragestellung sei. Damit Geld eingespart wird, müsse eine Leistungsreduktion und eine Zinssatzsenkung stattfinden. Das Problem liege doch ganz klar darin, dass die Rechnung beim Leistungsprimat einfach nicht aufgehen könne und dass die von der Pensionskasse gemachten Versprechungen für die Zukunft gar nicht einhaltbar seien. Im zweiten Diskussionsring war die Meinung der Fachexperten gefragt. Bruno Matt, als Vertreter der Pensionskassen, Alois Moser, als Geschäftsführer Pensionskasse Staatspersonal, und Thomas Hasler von der PVS, zeigten die Probleme aus ihrer Sicht auf. Bruno Matt betonte, dass niemand etwas dafür könne, wenn die Börse schlecht laufe und die Erträge in den Pensionskassentopf kleiner seien, dafür könne man niemanden zur Verantwortung ziehen. Alois Moser erwähnte, dass das Jahr 2012 mit einer Rendite von 8,4 Prozent sich sehr positiv auf den Deckungsbeitrag auswirken werde. Er sprach sich auch für das Beitragsprimat aus, dieses werde im Kanton St. Gallen ab 1. 1. 2014 ebenfalls eingeführt. Wichtig sei, so Thomas Hasler, dass Lösungen möglichst schnell auf den Tisch kommen müssen. Auch sollten die Verantwortlichkeiten für die Zukunft besser definiert und analysiert werden.

Wo waren die Revisoren?

Petra Frick aus Schaan fragte die anwesenden Verantwortlichen, wieso in der Vergangenheit die Revisoren nicht eingeschritten seien. Auch die Kompetenz der Beraterfirma stellte sie infrage. Eigentlich sollten diese zur Rechenschaft gezogen werden. In einem war man sich jedoch einig: Lösungen müssen her, es sollte sachlich und emotionslos gehandelt werden, ebenso sollte miteinander und nicht gegeneinander gearbeitet werden. Ein Apéro rundete den gelungenen Diskussionsabend ab.

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