Der Mühe Lohn – Zuschrift von Josef Schädler

Die Lohnsumme der Staatsangestellten beträgt 220 Millionen pro Jahr, was einen Durchschnittslohn von 106‘000  Franken pro Jahr vom Lehrling bis zum Amtsleiter zur Folge hat. So kann es geschehen, dass ein einfacher Hilfsarbeiter beim Staat locker 5‘500.- Franken netto, und ein Berufsarbeiter gerne auch 7‘000.- Franken netto mit nach Hause trägt. Rechnet man die Pensionsleistungen auch noch dazu, kommen da hübsche Sümmchen zusammen. Es ist deshalb der Frage nachzugehen, warum ein Staat überhaupt hergeht und seine Angestellten weit über dem Mass der Bevölkerung besoldet.

Durch das Debakel in der staatlichen Pensionskasse kommen immer mehr relevante Zahlen unters Volk, die den Menschen im Lande klar machen, dass sich hier eine Clique gebildet hat, die dem Staat in die Kasse greift und sich dort recht unverfroren und schamlos bedient.

Macht jemand eine Maurerlehre, verdient er 4 Jahre lang fast nichts. Danach als Berufsmann auf dem Bau schuftet er dann unter extremen Bedingungen sehr hart und muss die vorgegebene Maurerleistung erbringen und kann dafür vielleicht 3‘500 Franken netto nach Hause tragen. Sein Nachbar der nichts gelernt hat, arbeitet beim Tiefbauamt im Strassenunterhalt, trägt dort weder Verantwortung, noch ist er in ein Leistungssystem eingebunden und hat am Ende des Monats 6‘000  Franken in der Lohntüte.

Liechtenstein hatte die vergangenen 50 Jahre das grosse Glück, dass über die Treuhandbranche sehr viel Geld in das Land geflossen ist. Dieser Fluss ist nun versiegt. Das Land hat es in diesen Jahren des Überflusses nicht geschafft, anständig mit dem Geld, das ähnlich wie ein Lottosechser war umzugehen. Und ähnlich wie die meisten Lotteriegewinner ist nun nach dem grossen Fressen davon gar nichts mehr übrig.

Unverständlich, dass man den Geldüberschwang nicht langfristig in grosse Zukunftsprojekte steckte, sondern alljährlich in einer Vielzahl von nutzlos teuren Objekten vergeudet hat und all die gierigen Hände die sich danach streckten grosszügig bediente. Nein, man hat sich auch noch selber am Kuchen gemästet und die eigenen Löhne den glorreichen Zeiten über Gebühr angepasst.

Mit diesen horrenden Löhnen und die Pensionskasse ist ja auch nur ein Teil davon, hat man aber auch den Grundstein für den sozialen Unfrieden gelegt, welcher sich nun ausbreitet. Ein Staat darf das nicht tun. Er benimmt ich dadurch höchst unmoralisch seinem Volk gegenüber und schändet dabei auch noch massiv den nachbarschaftlichen Gleichklang. Was sollen z.B. die  Vorarlberger Beamten, und ihre Landesregierung die im Monat nur einen Bruchteil dessen bekommen, was unsere Beamten einsacken von unserem Staat denken.

Diese unheilvolle Entwicklung wieder ins richtige Lot zu bringen dürfte schwierig bis unmöglich werden, denn aus diesem Filz wird sich kein Härchen reissen lassen, da er zu dicht verwoben ist. So ist es denn auch ganz typisch, dass unter all den neuen Landtagskandidaten kein einziger das Kind beim Namen nennt, sondern alle einhellig den Sparkanon anstimmen.

Man kann sich leicht ausrechnen, dass das was der Staat Liechtenstein und seine Diener in ihrer grenzenlosen Gier nach mehr Geld angerichtet haben, zu dessen ganz grossem Verhängnis werden wird. Schlagen die Sparprogramme durch und sie werden es müssen, wird der soziale Unfriede aufblühen und in immer noch mehr Wut umschlagen.

Konto-Nr.: 92161700.2001, Liechtensteinische Landesbank